Monaco, seit jeher ein Land des Sports
1897: Das erste Tennisturnier
Das erste Rolex Monte-Carlo Masters fand im späten 19. Jahrhundert statt. Damals wurde das Turnier auf den Lawn Tennis Courts in Monte-Carlo, unweit des Hôtel de Paris Monte-Carlo, ausgetragen. An der Veranstaltung nahm vor allem die britische und amerikanische Tenniselite teil. Als 1905 das benachbarte Hotel Hermitage Monte-Carlo erweitert wurde, musste das Turnier in den Stadtteil La Condamine verlegt werden, bevor es Ende der 1920er Jahre auf dem Dach einer Garage in Beausoleil ausgetragen wurde. George Pierce Butler, ein reicher Amerikaner, der sein Vermögen mit Zigaretten gemacht hatte, wollte den bestmöglichen Rahmen, um Champions vom Kaliber eines René Lacoste oder Suzanne Lenglen zu empfangen. Er überzeugte Prinz Louis II. davon, einen Club zu gründen, der diesen Namen auch verdient. So wurde 1928 der Monte-Carlo Country Club in einer einzigartigen Umgebung mit Blick auf das Mittelmeer gegründet. Seitdem hat sich das Turnier stetig weiterentwickelt und wird im April 2025 fast 150.000 Zuschauer begrüßen.
1911: Die erste Rallye
Die ersten Rallyes in Monaco wurden zunächst mit dem Fahrrad durchgeführt. Im Jahr 1890 übernahm Prinz Albert I. den Ehrenvorsitz des Sport Vélocipédique Monégasque. Ein Verein, der sich 1907 weiterentwickelt, um auch den Motorsport zu berücksichtigen. Zwei Jahre später spielten Vater und Sohn Alexandre und Antony Noghès eine Schlüsselrolle bei der Organisation der ersten Rallye von Monte-Carlo. Das Rennen war damals dem Format der damaligen italienischen Radrennen nachempfunden und die Strecke war eine "Konzentrationsroute". Die 23 Fahrer, die an dieser ersten Veranstaltung teilnahmen, reisten aus ganz Europa in das Fürstentum. Um 1911 zu gewinnen, reicht es jedoch nicht aus, schnell zu fahren, sondern man muss auch gut aussehen. Die Eleganz des Autos wurde ebenso berücksichtigt wie die des Fahrers - bis hin zum Chic des Gepäcks. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von Henri Rougier, dem ersten Sieger? 13,8 km/h. Heute hat die Rallye Monte-Carlo einen festen Platz im Kalender und ist der Eröffnungslauf der Rallye-Weltmeisterschaft im Januar. Tausende von Zuschauern entlang der Straßen im Fürstentum und auf den Pässen im Hinterland sowie Millionen von Fernsehzuschauern in aller Welt haben dazu beigetragen, dass diese Veranstaltung zu einem unumgänglichen Sportereignis geworden ist.
1920: Erste Teilnahme an den Olympischen Spielen
Monaco nahm 1920 zum ersten Mal an den Olympischen Sommerspielen teil, und zwar in den Disziplinen Leichtathletik und Gymnastik. Das Fürstentum kann sich sogar einer Bronzemedaille in Architektur rühmen, die Julien Médecin und seinem Entwurf des Stadions von Fontvieille zu verdanken ist. Kunstmedaillen, die heute nicht mehr in der offiziellen Zählung der Olympischen Spiele enthalten sind. Die besten olympischen Leistungen Monegass sind jedoch eher bei den Olympischen Winterspielen zu finden. Fürst Albert II. nahm von 1988 bis 2002 an fünf Olympiaden im Bobsport teil. Eine Disziplin, die dem Fürstentum gut tut, da 2022 Rudy Rinaldi und Boris Vain den sechsten Platz belegten. Als Vorreiter war Monaco zwischen 1921 und 1923 unterhalb des Casino de Monte-Carlo auch Austragungsort der Olympiade der Frauen.
1924: Die ersten Schritte des AS Monaco Football.
Der Fußball hielt bereits zu Beginn des 20. Jahrhunderts Einzug in Monaco. Im Jahr 1903 wurde der Verein Herculis Monaco gegründet, der 1917 um den allerersten französischen Pokal spielte. Doch erst nach dem Ersten Weltkrieg nahm das Abenteuer so richtig Fahrt auf. Der AS Monaco Football wurde 1919 offiziell gegründet, aber erst fünf Jahre später wurde der Sportverein, dem die Fußballer nun angehörten, ins Leben gerufen. Am 23. August 2024 feierte der Verein mit der Diagonale somit sein 100-jähriges Bestehen. Die AS Monaco ist eine historische Figur in der französischen Liga und zählt zu den beständigsten und erfolgreichsten Vereinen, die sich auch als einer der besten Ausbildungsvereine des Landes etabliert haben. Mit seinen nationalen Erfolgen und denkwürdigen europäischen Abenden hat der AS Monaco eine große Fangemeinde in ganz Frankreich um sich geschart.
1929: Der erste Große Preis von Monaco
Enge Straßen, Straßenbahnschienen, Kopfsteinpflaster und sogar Stufen, die es zu überwinden galt: Das Fürstentum war nicht gerade prädestiniert für ein Autorennen... Und doch! Es war der Wille und die Vision von Antony Noghès. Dieser machte sich daran, eine völlig neue Strecke zu entwerfen, die von den amerikanischen Stadtrennen inspiriert war. Louis Chiron, der berühmte monegassische Rennfahrer, war von der Strecke mehr als angetan. Das Projekt überzeugte auch Prinz Louis II., der seine Unterstützung zusagte. So entstand am 14. April 1929 der allererste Große Preis von Monaco. Nachdem Prinz Pierre in einem Voisin-Torpedo die Einführungsrunde absolviert hatte, gingen 16 Fahrer an den Start. Der Brite William Grover-Williams setzte sich nach 100 Runden mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 80 km/h durch. Seitdem hat dieses Autorennen sowohl Motorsportfans als auch Laien immer wieder fasziniert. Graham Hill, Alain Prost, Ayrton Senna, Michael Schumacher... all diese legendären Fahrer haben in den Straßen von Monaco triumphiert.